Autismus

Das handgeschriebene Gedicht von Benjamin Giroux
Quelle: Benjamin Giroux/National Autism Association/Facebook

"Autismus ist keine Krankheit, keine Störung oder gar beklagenswerte Beeinträchtigung, sondern nur eine besondere, ungewöhnliche, eigentümliche Ausprägung des Menschseins."

                                                                                                 Autismus Forscher Barry M. Prizant
    

Autismus-Spektrum-Störung beeinflusst die Beziehung der Betroffenen zu ihrer Umwelt und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Symptomatik ist vielfältig und zeigt sich bei den Betroffenen in jeweils einzigartiger Auffälligkeitstruktur. 

 

Die Auffälligkeiten zeigen sich im persönlich-sozialen, familiären/partnerschaftlichen und Schul-, Ausbildungs- & Arbeitsbereich.

 

Im persönlich-sozialen Bereich zeigen sich z.B. Auffälligkeiten beim sozialen Kontakt. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten bei der Einschätzung und Deutung sozialer und emotionaler Signale und zeigen selbst eingeschränkte Mimik und Gestik. Blick- und Körperkontakt werden oft vermieden. In sozialen Situationen kommt es oft zu unangemessenem Verhalten (z.B. Lachen bei einer Beerdigung). Das Interesse bezieht sich eher auf Gegenstände, als auf zwischenmenschliche Beziehungen. Die Betroffenen ziehen sich oft in sich zurück (keine Reaktion auf Zurufe), zeigen eingeschränktes Imitationsverhalten und haben Schwierigkeiten bei sozialen Interaktion. Es mangelt an Flexibilität. In der Kommunikation sind auffälliger Sprachgebrauch und Echolalie zu beobachten. Veränderungen können zu starker Erregung (u.a. Aggression und Gewalt) führen. Die Betroffenen zeigen wenig Gefahrenbewusstsein und beschäftigen sich häufig mit Lieblingsthemen. Ihr Handeln ist an Routinen orientiert und sie zeigen eingeschränkte, sich wiederholende und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten. 

    

Die Schwierigkeiten im familiären/partnerschaftlichen Bereich entstehen häufig dadurch, dass die Betroffenen zwanghaft auf ganz bestimmte Ordnungen bestehen, keine Kompromisse eingehen, sich nicht auf Familienmitglieder oder Lebenspartner einlassen können, ihre eigenen Interessen in den Vordergrund stellen und bei Veränderungen unsicher und handlungsunfähig werden. Darüber hinaus fehlt es an Kompetenzen den Alltag vielfältig und selbstständig zu bewältigen und die Freizeit zu gestalten.


Im Schul-, Ausbildungs- und Arbeitsbereich entwickeln sich Schwierigkeiten mit den Interaktionspartnern dadurch, dass die Betroffenen bevorzugt allein spielen/arbeiten bzw. sich beschäftigen. In ihrem Interaktionsmuster fallen häufig ungeschicktes Agieren und Reagieren (soziale Fettnäpfchen), fehlende Flexibilität bei der Anpassung auf Situationsveränderungen und sprachliche Eigenarten auf. Zusätzlich erschwert ihre Fixierung auf Spezialinteressen die Entwicklung von sozialen Beziehungen.


Diese und ähnliche Verhaltensauffälligkeiten wirken sehr belastend für die Betroffenen im alltäglichen Umgang mit ihrer Umwelt.